DER ALBANER

Der Gewinner des Max-Ophüls-Preises Saarbrücken 2011.

DER ALBANER

Deutschland 2010, Regie: Johannes Naber, Darsteller: Nik Xhelilaj, Xheljane Terbunja, Ivan Shvedoff, Amos Zaharia, Stipe Erceg, 104 Minuten, digital

Illegale in Deutschland, das ist das eine Thema von Johannes Nabers über mehrere Jahre hin entwickeltem Drama. Im Titel deutet sich aber bereits eine zweite Ebene an. Auch um Albanien, das ärmste Land Europas, geht es – und darum, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Hier ist es der junge Arben, der in Deutschland das Geld für die Hochzeit mit seiner heimlichen Geliebten Etleva verdienen möchte. Das aber ist leichter gesagt als getan. Johannes Naber und sein starker Hauptdarsteller erzählen von der Illusion des großen Glücks und wie dabei Hoffnung in Verzweiflung und Vertrauen in Enttäuschung umschlagen können.

“…………….Das klingt nach großem Sozial-, nach Melodrama, aber DER ALBANER verweigert sich den Extremen auf bewundernswerte Weise. Wir fühlen mit Arben, aber wir bemitleiden ihn nicht. Er ist ein Mann mit einer Mission, einer, der für seine Ehre, seine Liebe, seine Zukunft kämpft, ohne recht zu wissen, was das eigentlich ist, und wir bewundern ihn sogar dabei. Nie aber verführt uns Naber und sein vorzüglicher Schauspieler, der seinen Arben zwischen Bestimmtheit und Verzweiflung pendeln lässt, die Hauptfigur als universelle Leidensfigur oder politisches Exempel emotional zu vereinnahmen – geschweige denn dass der Film es selbst tut, dass er mehr erzählt als eine individuelle Geschichte, die Allgemeingültiges fasst, aber nie die Sympathie zu weit treibt oder zur Anklage gegen irgendwelche „Verhältnisse“ verkommt. Arben arrangiert sich, in einer Welt, in der jeder schaut, wo er bleibt, und für Gut-Böse-Schwarz-Weiß bleibt in dem zurückhaltenden, ganz zweckdienlich und zugleich vorzüglich, so selbstlos wie vorzüglich gedrehten Film weder Zeit, noch Platz. Schließlich geht es ums blanke Leben. So einfach ist das……………”

Die ganze KRITIK hier: http://screenshot-online.blogspot.com/2011/01/mop-2011-der-albaner.html

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=JZRUuz8tV4Q

AN ECOLOGY OF MIND

CDN, USA 2010, Buch und Regie. Nora Bateson, 60 Minuten, digital, (OmU) “Ökologisch zu denken, heißt, sich eine Welt ohne ein Supersystem vorzustellen, in der viele kleine und große Systeme als gute und schlechte Nachbarn ihre jeweilige Nische ausbeuten und Tänze miteinander ausführen. Niemand hat das radikaler gedacht als Gregory Bateson.” (Dirk Baecker über Gregory Bateson) An Ecology Of Mind porträtiert Gregory Bateson – unkonventionell und interdisziplinär denkender Anthropologe, Sozialwissenschaftler, Kybernetiker und Philosoph. 30 Jahre nach seinem Tod gelingt An Ecology Of Mind – mittels persönlichen Anmerkungen seiner Tochter Nora Bateson, Ausschnitten aus dem Privatarchiv und Interviews mit Zeitgenossen und Wissenschaftlern – ein intensiver Blick auf Persönlichkeit und Denken Gregory Batesons.

TRAILER: http://www.youtube.com/watch?v=AqiHJG2wtPI

TOM MEETS ZIZOU – KEIN SOMMERMÄRCHEN

Deutschland 2011, Regie, Buch: Aljoscha Pause, Dokumentation, 133 Minuten, digital Der Titel deutet es an „Tom meets Zizou – Kein Sommermärchen“ will ein Gegenentwurf zu Sönke Wortmanns Jubelfilm über die WM 2006 sein. Eine andere Seite des Fußballgeschäfts zeigt Aljoscha Pause in seiner Langzeitdokumentation, die zwischen 2003 und 2011 den Fußballer Thomas Broich beobachtet. Der galt lange als großes Talent, eckte mit seiner unkonventionellen, oft arroganten Art aber so an, dass er inzwischen in Australien spielt. Eine sehenswerte, etwas zu lang geratene Dokumentation, mit einem komplexen, zwiespältigen Subjekt.

Wenngleich Fußball der liebste Sport der Deutschen ist, sind gute Filme über Fußball aus Deutschland mehr als rar. Erst recht, wenn man einen differenzierten, auch kritischen Umgang mit der Branche erwartet, die über banale Heldenbilder hinausgeht, wie sie etwa Sönke Wortmanns natürlich gerade deswegen so erfolgreiche Filme „Das Wunder von Bern“ und „Ein Sommermärchen“ lieferten. Aljoscha Pause wählt in seiner Dokumentation „Tom meets Zizou – Kein Sommermärchen“ einen anderen Ansatz, der allerdings erst durch den speziellen Lauf der Karriere möglich wurde, die sein Subjekt erlebte.

KRITIK hier: http://www.programmkino.de/cms/links.php?id=1557

TRAILER: http://www.youtube.com/watch?v=9ogIcBt5_ms&feature;=related